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06.08.2021

Caroline Diel im Interview – „Pinot ist meine Leidenschaft, Riesling mein Herz.“


 

Ist die Nahe das eigentliche Weinwunder in Deutschland?

Wieviel an der Nahe passiert merkt man, wenn man das Etikett von unserem Versteigerungswein, dem Schlossberg Kabinett anschaut. Für den haben wir das alte Etikett von meinem Großvater wieder ins Leben gerufen aus den 60er Jahren. Da steht dann „Schlossgut Diel auf Burg Layen bei Bingen am Rhein“ und kein Wort von der Nahe. Auf dem Etikett sieht man sogar den Rhein, weil die Nahe zu der Zeit überhaupt keinen Stellenwert hatte und kein Mensch die Nahe kannte. Die Grenzen unseres Anbaugebietes wurden erst 1971 definiert.

Es gibt Menschen die behaupten, dass man an der Nahe heutzutage die besten trockenen Weine in Deutschland macht.

Wir haben einfach eine total coole Kombination aus Böden, Frucht, mineralischer Würze. Gepaart mit dem Klima, spielt der Nahe einfach alles enorm in die Karten.

Besonders gut bei Diel sind die Kabinette. Liegen die euch am meisten am Herzen?

Die Region passt einfach verdammt gut für den Weinstil. Und dann haben wir auch wirklich Bock drauf. Ich weiß noch ganz genau, wie das meinen Mann überrascht hat. Er ist ja Franzose und als wir uns noch nicht lange kannten, waren wir bei Freunden in Südfrankreich. Wir haben um zehn Uhr morgens am Pool einen Kabi aufgemacht. Die Franzosen trinken zwar zu jeder Mahlzeit ab Mittags Wein, aber er meinte so: Um zehn Uhr Wein trinken, was geht bei euch ab?  Und dann hat er einen Schluck davon genommen und gemerkt, wie erfrischend das war, bei der Sonne am Pool. Kabinett ist der Inbegriff des Weines für jeden Anlass. Daydrinking, spätes Frühstück, Mittagessen. Oder zum Kochen oder einfach zwischendurch.

Welche Kabis gibt es bei Diel im Programm?

Wir machen je nach Jahr bis zu fünf Kabis in unserem Betrieb. Wir machen einen Gutswein Kabinett, Johannisberg Erste Lage und den Goldloch Kabinett, die drei gibt es jedes Jahr. Pittermännchen Kabinett hängt von dem Jahrgang ab. Und dann gibt’s noch den Schlossberg Kabinett Versteigerungswein. Es ist mir total wichtig, dass die Kabinette erfrischend sind und dass die Balance zwischen Süße, Säure und Mineralik  stimmt, dass der Wein messerscharf durchzieht. Als ich meine ersten Verkostungen in den USA gemacht habe, da hab ich mal dieses Wort „drinky“ erfunden. Kabi ist super trinkig und ich wollte das übersetzen. Dabei kam „drinky“ raus.

Wie ist das eigentlich für dich in so einer Männerdomäne zu arbeiten?

Für mich ist das ehrlich gesagt persönlich gar kein so großes Thema. Es geht darum, dass du mit Leidenschaft dabei bist, dass du weißt, was du willst, dass du deinen Stil hast und dass du das durchziehst. Es gibt natürlich hier und da Situationen, die für einen als Frau schwieriger sind, gerade wenn ich mich zurück erinnere, als ich in den elterlichen Betrieb eingestiegen bin. Das war erst einmal ein bisschen komisch, weil mein Vater zwar ein Machertyp war, aber eher durch seine Visionen, nicht vom physischen Anpacken im Weinberg. Und dann bin ich gekommen, bin mit in den Weinberg gegangen und habe gesagt: Macht mal so und so. Und Mitarbeiter, die schon ganz lange da waren, die haben sich gefragt: Was geht denn hier ab? Mittlerweile hat sich unser Team komplett neu strukturiert, so dass das kein Thema mehr ist. 

Neben dem Riesling machst du auch noch gerne Burgunder.

Ja, die zwei Sachen, die ich wirklich liebe außerhalb von Riesling sind Pinot Noir und Bubbles. Pinot Noir ist für mich so elegant wie Riesling. Nur in Rot. Pinot ist eine Rebsorte, die wie Riesling die Herkunft und das Terroir toll widerspiegelt. Und du hast mit Rotwein einen komplett anderen Ablauf, das ist eine tolle Ergänzung. Mein Herz ist bei Pinot, Riesling und Sekt. Wobei, nein: der Pinot ist meine Leidenschaft, Riesling mein Herz.

 

Auszug aus dem Podcast “Terroir &Adiletten” vom 05.08.2021

Website: diel.eu

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